Mittwoch, 10. August 2011

It's not wrong, it's different!


Diesen Spruch sollen wir stets im Hinterköpfchen behalten, sagen unsere Uni-Koordinatoren. Und sie haben Recht, denn auch wenn auf den ersten Blick alles doch sehr unserer Kultur ähnelt, gibt es doch immer wieder einige Sachen, die stark von unseren deutschen/europäischen Gewohnheiten abweichen. Aber that's the Australian way und deswegen ja nicht gleich falsch, sondern nur etwas anders...

Erst einmal ist hier alles so verdammt teuer! Es wurde ja schon gemunkelt, dass man ein bisschen mehr Geld einplanen muss, aber wenn wir jetzt jeder (!) für ein geteiltes (!) Zimmer um die 460€ zahlen, ist das verhältnismäßig günstig. Haha und vom Standard, den unsere Wohnung hat, fangen wir erstmal gar nicht an... Aber es ist schon okay, solange halten wir uns hier eh nicht auf und die Mitbewohner (zur Zeit eine Japanerin, eine Inderin und noch eine Deutsche) sind echt nett. Auch das Essen ist hier nicht gerade günstig - mal schnell ein Döner für 2,50€ ist nicht drin. Die Uni kennt sowas wie eine Mensa nicht - es reiht sich vielmehr in einem riesigen Food Court eine Fastfood-Kette neben die andere. Ach Berlin, du bist so wunderbar... Aber was soll's werden halt zu Hause Stullen geschmiert ;)

Kommen wir nun zu den etwas angenehmeren Dingen... Ja, hier sind die Jahreszeiten umgedreht und ja, hier ist jetzt Winter und ja, es sind trotzdem bis zu 26 Grad mit Sonnenschein! Das genießen wir natürlich in vollen Zügen, wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt... Einen Tag sind wir mit der Fähre (die gehören hier zum öffentlichen Nahverkehr wie Bus und Zug) rüber zum Manly Beach. Ach das war ein Traum. Erst sind wir zum Aldi und haben uns ein paar Kleinigkeiten gekauft, um dann direkt am Beach ein Picknick zu veranstalten. Danach standen wir zum ersten Mal mit den Füßen im Meer und haben ganz viele Fotos gemacht.


Und es gibt auch andere Extreme: wenn es hier regnet, dann richtig! So hatte es ja zum Beispiel unsere erste Woche komplett durchgeregnet. Aber guckt mal wie schön Wolkenbrüche in Sydney aussehen können...

Im Supermarkt ist auch alles etwas großzügiger gestaltet, als wir es gewöhnt sind. Besonders die Obst- und Gemüsestände haben es uns angetan. Ach und ja die Gerüchte stimmen: ein Kilo Bananen kosten gerade tatsächlich $14 (gut, dass ich die eh nicht mag^^).


Und zum Abschied noch einmal etwas zum Schmunzeln... Sowas hängt in den Uni-Toiletten...



Mittwoch, 3. August 2011

Die ersten Eindrücke.

Wahnsinn! Dieses Wort beschreibt die letzten 14 Tage eigentlich mit Abstand am besten. Ob es um den ewig langen Flug, den herzlichen Empfang, diese wunderschöne Stadt oder auch um die Mietpreise geht...

Aber fangen wir mal von vorne an...

Die Anreise

Nachdem wir eigentlich schon fast abgehakt hatten, unseren Flug überhaupt zu bekommen (Autobahnsperrung sei Dank), waren wir überglücklich als wir dann endlich im Flieger saßen. Alles war ab da an egal, es gab eh kein Zurück mehr - aahhh! Und so gings mit Thai Airways von Frankfurt erstmal nach Bangkok. Leider hatten wir dort nur eine Stunde Aufenthalt, haben also bis auf das riesen Terminal des Suvarnabhumi Airports nichts von dieser spannenden Metropole sehen können (aber das wird dann Ende Februar alles nachgeholt).




In Bangkok haben wir es uns dann noch kurz auf den Entspannungsliegen gemütlich gemacht und dann gings ab zum Flieger nach Sydney. Sehr lustig war, dass von jedem Passagier vor dem Einsteigen noch einmal das Handgepäck durchsucht wurde und die zwei Frauen dort echt zu kämpfen hatten, meinen "kleinen" Koffer nach der Inspektion wieder zu schließen... Die beiden hatten sich den Applaus echt verdient! Schon bald nach dem Abflug konnten wir dann schon unseren Flug über diese große Insel verfolgen.


So ein langer Flug ist allerdings schon sehr gewöhnungsbedürftig... Da wir ja beide nicht grad die Jetset-Mäuschen sind, war es doch alles ganz schön aufregend für uns. Aber das Personal war sehr freundlich, es gab ausreichend zu trinken und das Essen war auch ziemlich in Ordnung.

Ankunft in Sydney und eine äußerst freundliche Begrüßung

Endlich gelandet! Um 20:30 Uhr Ortszeit war es dann soweit! Jedoch hatten wir noch einige Hindernisse zu überqueren - Passkontrolle, Gepäckkontrolle und in jeder Schlange so gut wie möglich reinmogeln und vordrengeln. Wir haben uns echt beliebt gemacht. Aber schließlich haben Helga und Diana schon sehnsüchtig gewartet und uns schließlich ganz herzlich in Empfang genommen. Jedoch ist mir (Lena) schon auf dem Weg zum Auto aufgefallen, dass ich bei meinem ganzen Handgepäck (drei Taschen) meinen Pullover unterwegs verloren habe. So sind wir dann ganz schnell zurück und einfach ganz dreist durch den Ausgang wieder rein zur Immigration gelaufen. Marie wurde direkt wieder rausgeschickt. Ich hab es noch bis zum ersten Beamten geschafft, wurde jedoch dann auch von der Security rausgeworfen. Die waren echt nicht so begeistert und haben die Dringlichkeit nicht so verstanden. Da habe ich schon nur 17 kg Klamotten bei mir und verliere gleich mal bei der Ankunft mein erstes Kleidungsstück...

Todmüde und kaputt sind wir schließlich im idyllischen Green Valley angekommen und gleich für eineinhalb Wochen geblieben. Hier wohnt meine (Lenas) Familie - Helga und Bernhard.



Berni ist der Bruder meines Opas. Helga und Berni sind 1955 aus dem schönen Münsterland nach Australien ausgewandert. Kann ich gar nicht verstehen ;) Sie sind wie Oma und Opa zu uns. Wir haben uns gleich pudelwohl gefühlt und werden sie auch noch in Zukunft ganz oft besuchen. Helga und Berni haben auch eine Tochter also meine Großcousine Diana. Die wiederrum hat auch eine Familie - Papa Ivan und die beiden Jungs Ivan und Luca. Wir haben zusammen "Mensch ärger dich nicht" gespielt, gelernt wie 9-Jährige auf Englisch fluchen und auch bei den Fußballspielen der Jungs zugeguckt.

Here we are...

Nach zwei Tagen Dauerregen und der Uni-Erkundigung wollten Lena und ich nun endlich mal raus aus den Vororten und rein in die City. Surprise, surprise... Unser Weg hat uns natürlich erstmal direkt nach Circular Quay geführt. Wenn man dort aus der Bahn steigt, hat man den direkten Blick auf die Harbour Bridge - Gänsehaut die erste. Raus aus der Bahnstation und vorbei an den Ferries gings dann gleich zum wohl berühmtesten Wahrzeichen Sydneys, dem Opera House - Gänsehaut die zweite. Aber irgendwie so richtig konnte keiner von uns begreifen, dass wir jetzt wirklich HIER sind...



Einmal ums Opernhaus rum und die Macquarie Street entlang (ja richtig so heißt auch unsere Uni, alles ist hier nach Macquarie benannt http://en.wikipedia.org/wiki/Lachlan_Macquarie#Places_named_after_Macquarie, der hat in seiner Zeit als Gouverneur hier wohl mächtig Eindruck hinterlassen) erstrecken sich zur linken Seite schon die wunderschönen Royal Botanic Gardens, die wir dann erstmal nur kurz gestreift haben, da wir ja für die Erkundigung eigentlich noch mindestens 4 Monate Zeit haben. Auch der Hyde Park hat es uns besonders angetan: viel Grün, ein wunderschöner Springbrunnen, die St. Mary's Cathedral und exotische Blumen und und und... Aber seht selbst!