Sydney - Brisbane - Proserpine
Freude! Endlich ging es los. Da wir nur 10 Minuten von unserer Wohnung vom Flughafen mit dem Zug brauchen, wäre die Anfahrt eigentlich recht angenehm gewesen, wären da nur nicht unsere Rucksäcke gewesen... Irgendwie haben wir es geschafft, das sie jetzt schwerer waren als bei unserer Ankunft in Sydney, obwohl wir 1.) hauptsächlich nur Sommersachen eigepackt haben und 2.) eigentlich noch so viel im Zimmer gelassen haben. Aber egal, dann gabs halt an der Gepäckaufgabe einen "Attention HEAVY"-Aufkleber für die Flughafenmitarbeiter und wir waren unseren Balast endlich (erstmal) los.
Wie ich vorhin schon erwähnt habe, sind wir ja nicht alleine gereist. Betti, heißt eigentlich Bettina, kommt aus München und haben wir hier in Sydney kennengelernt. Irgendwann haben wir mal über unsere Pläne für die Semesterpause gesprochen und festgestellt, dass wir exakt die selben Vorstellungen haben und uns dann sponatn zusammengeschlossen. War eine super Entscheidung! :)
Zum Abschied hat sich Sydney nochmal von seiner schönsten Seite gezeigt:
Nach nur 1,5h Flug mussten wir in Brisbane umsteigen, um dann nochmal 1,5h nach Proserpine zu fliegen. Oh ja der Flughafen von Proserpine... Ein einziges Provisorium! Der Wegweiser zum Check-in war ein mit Hand geschriebener Zettel, einfach so an die Fensterscheibe geklebt und unser Gepäck wurde auf zwei Anhängern vorgefahren! Aber alles hat geklappt und wir sind direkt in unseren Bus nach Airlie Beach eingestiegen.
Airlie Beach und die Whitsunday Islands
Airlie Beach ist einfach ein süßes Örtchen: eine Hauptstraße mit vielen Läden, ein kleiner feiner Strand, eine schöne (künstliche) Lagune und ganz viel Ruhe... Zumindest bis abends Scharen von Backpacker einfallen (hauptsächlich deutsche Abiturienten) und ganz viel und ganz laut Party machen. Aber das konnte uns ja erstmal egal sein, da wir gleich nach der Ankunft das Büro unseres Schiffes aufgesucht haben um einzuchecken. Kleiner Schock war als wir einen (scheinbar) winzigen schwarzen Beutel bekommen haben und uns gesagt wurde, dass sei die einzige Tasche, die an Board erlaubt ist. Okay, also gings zu Peter Pans, wo wir unser restliches Gepäck für die nächsten 3 Tage unterstellen durften und es wurde fleißig reduziert und überlegt, was denn nun wichtig ist auf einem Schiff und was nicht. Mit nun prallgefüllten schwarzen Beuteln hat es uns zu Domino's verschlagen und mit 3 leckeren Pizzen haben wir uns dann an den Strand gesetzt und unseren ersten Sonnenuntergang in Queensland genossen.
Anschließend fuhr uns ein Shuttlebus zur Able Point Marina, dem schönen Hafen von Airlie Beach, wo auch schon unsere Crew und unser zu Hause für die nächsten 3 Tage auf uns warteten: die Solway Lass...

Schon ein schönes Schiffchen, oder?! ;) Über 100 Jahre hat die Gute schon auf dem Buckel und hat viele Orte gesehen, bevor wir sie nach Australien gekommen ist. Wer's genauer wissen möchte, kann gerne hier einige Fakten nachlesen: http://www.australiantallships.com/solwaylass.php?wp=27&nsm=46
Nun hieß es also die aus insgesamt 74 Inseln bestehenden Whitsundays zu umsegeln. Es war einfach traumhaft! Die 3 Tage und 3 Nächte von der sehr netten und lustigen Crew perfekt gestaltet, zudem gab es jeden Tag, das frischste und leckerste Essen, das wir seit langer Zeit hatten! Und das Beste: man musste sich um nichts kümmern! So konnten wir wirklich einfach nur entspannen, auf dem Sonnendeck langsam an der Bräune arbeiten, entspannt ein Buch lesen oder gute Gespräche mit unseren lieben Mitreisenden führen. Ein Partyboot war es nicht, aber das wussten wir vorher schon und waren wirklich voll und ganz zufrieden damit!
Tag 1
Die erste Nacht war ruhig, aber kurz - um 7 Uhr war schon der Frühstückstisch gedeckt. Nach dem wir also gegessen hatten, wurde der Motor angeworfen (der Wind war zu schwach, um die Segel zu hissen) und es ging zum Postkarten Motiv #1: Dem Whitehaven Beach
Weißer Sand, glasklares, türkises Wasser - wir waren wirklich im Paradies! Mit Schildkröten und Rochen sind wir geschwommen und wenn's nach uns gegangen wäre, hätten wir auch gleich da bleiben können...
Tag 2
Diese Nacht war noch kürzer: kurz nach 6 Uhr wurden wir von lauten Rufen der Crew geweckt (frei übersetzt: "Kriegt eure Hintern aus dem Bett, wer jetzt nicht hochkommt, der verpasst...") Noch im Halbschlaf und im Schlafdress rannten wir allesamt hoch aufs Deck und was wir zu sehen bekamen, war wirklich atemberaubend: Wale direkt in unserer Bucht und nur ca. 20m von unserem Schiff entfernt!! Wir hatten wirklich unheimlich Glück, denn eigentlich sind die Wale um diese Jahreszeit schon längst weitergezogen und wir sehen gleich 3! Die Crew meinte, dass sie in diesem Jahr noch nie so nah am Boot waren... Wahnsinn! An dieser Stelle sollte eigentlich ein Video folgen, aber irgendwie klappt es mit dem Hochladen nicht so recht - müsst ihr euch halt noch ein paar Monate gedulden ;)
Gleich nach dem Frühstück haben wir uns in unsere Wetsuits gezwängt und es ging ins Wasser zum Schnorcheln! Auch wenn wir nicht direkt im Great Barrier Reef waren, konnte man auch hier wunderschöne Riffe und knallbunte Fische bestaunen. An dieser Stelle ein Danke an Betti für die Fotos mit ihrer Unterwasserkamera.


Zwei Schnorchelgänge, viel Essen und mehreren legendären Rope Swings vom Deck ins Wasser später, wurden wir auf eine kleine Insel gefahren um dort mit Sekt den Sonnenuntergang anzusehen.
Tag 3
Am letzten Tag auf der Solway Lass wollte uns die Crew wohl nochmal etwas herausfordern - ein Bushwalk war angesagt. Gut, dass wir nur FlipFlops dabei hatten (uns wurde gesagt, wir brauchen keine Wanderschuhe). Im Nachhinein hätte ich zu gerne welche gehabt, da 1,5h Aufstieg sind in unserem Alter ja auch nicht mehr ohne ;) Oben angekommen erwartete uns aber dafür ein Ausblick vom Allerfeinsten!

Leider hat alles Schöne auch mal ein Ende und so wurden die Segel gehisst und es ging zurück nach Airlie Beach. Nachdem wir unser Gepäck abgeholt und unser Zimmer im Hostel bezogen hatten, stellten wir fest, dass direkt nebenan doch tatsächlich 3 Däninnen aus unserer Uni in Sydney wohnten. Als wir später mit unseren Leuten vom Schiff noch Essen waren, trafen wir auch noch eine italienische Mitstudentin. So klein ist die Welt und vor allem Australiens Ostküste ;) Ein bisschen feiern waren wir auch noch, allerdings haben wir den Altersdurchschnitt krass angehoben und waren wahrscheinlich auch einfach viel zu nüchtern, sodass wir nicht allzu spät ins (sehr gute) Hostelbett sind.







