Mittwoch, 26. Oktober 2011

Der Reisen erster Teil



Sydney - Brisbane - Proserpine

Freude! Endlich ging es los. Da wir nur 10 Minuten von unserer Wohnung vom Flughafen mit dem Zug brauchen, wäre die Anfahrt eigentlich recht angenehm gewesen, wären da nur nicht unsere Rucksäcke gewesen... Irgendwie haben wir es geschafft, das sie jetzt schwerer waren als bei unserer Ankunft in Sydney, obwohl wir 1.) hauptsächlich nur Sommersachen eigepackt haben und 2.) eigentlich noch so viel im Zimmer gelassen haben. Aber egal, dann gabs halt an der Gepäckaufgabe einen "Attention HEAVY"-Aufkleber für die Flughafenmitarbeiter und wir waren unseren Balast endlich (erstmal) los.

Wie ich vorhin schon erwähnt habe, sind wir ja nicht alleine gereist. Betti, heißt eigentlich Bettina, kommt aus München und haben wir hier in Sydney kennengelernt. Irgendwann haben wir mal über unsere Pläne für die Semesterpause gesprochen und festgestellt, dass wir exakt die selben Vorstellungen haben und uns dann sponatn zusammengeschlossen. War eine super Entscheidung! :)

Zum Abschied hat sich Sydney nochmal von seiner schönsten Seite gezeigt:


Nach nur 1,5h Flug mussten wir in Brisbane umsteigen, um dann nochmal 1,5h nach Proserpine zu fliegen. Oh ja der Flughafen von Proserpine... Ein einziges Provisorium! Der Wegweiser zum Check-in war ein mit Hand geschriebener Zettel, einfach so an die Fensterscheibe geklebt und unser Gepäck wurde auf zwei Anhängern vorgefahren! Aber alles hat geklappt und wir sind direkt in unseren Bus nach Airlie Beach eingestiegen.

Airlie Beach und die Whitsunday Islands

Airlie Beach ist einfach ein süßes Örtchen: eine Hauptstraße mit vielen Läden, ein kleiner feiner Strand, eine schöne (künstliche) Lagune und ganz viel Ruhe... Zumindest bis abends Scharen von Backpacker einfallen (hauptsächlich deutsche Abiturienten) und ganz viel und ganz laut Party machen. Aber das konnte uns ja erstmal egal sein, da wir gleich nach der Ankunft das Büro unseres Schiffes aufgesucht haben um einzuchecken. Kleiner Schock war als wir einen (scheinbar) winzigen schwarzen Beutel bekommen haben und uns gesagt wurde, dass sei die einzige Tasche, die an Board erlaubt ist. Okay, also gings zu Peter Pans, wo wir unser restliches Gepäck für die nächsten 3 Tage unterstellen durften und es wurde fleißig reduziert und überlegt, was denn nun wichtig ist auf einem Schiff und was nicht. Mit nun prallgefüllten schwarzen Beuteln hat es uns zu Domino's verschlagen und mit 3 leckeren Pizzen haben wir uns dann an den Strand gesetzt und unseren ersten Sonnenuntergang in Queensland genossen.


Anschließend fuhr uns ein Shuttlebus zur Able Point Marina, dem schönen Hafen von Airlie Beach, wo auch schon unsere Crew und unser zu Hause für die nächsten 3 Tage auf uns warteten: die Solway Lass...



Schon ein schönes Schiffchen, oder?! ;) Über 100 Jahre hat die Gute schon auf dem Buckel und hat viele Orte gesehen, bevor wir sie nach Australien gekommen ist. Wer's genauer wissen möchte, kann gerne hier einige Fakten nachlesen: http://www.australiantallships.com/solwaylass.php?wp=27&nsm=46
Nun hieß es also die aus insgesamt 74 Inseln bestehenden Whitsundays zu umsegeln. Es war einfach traumhaft! Die 3 Tage und 3 Nächte von der sehr netten und lustigen Crew perfekt gestaltet, zudem gab es jeden Tag, das frischste und leckerste Essen, das wir seit langer Zeit hatten! Und das Beste: man musste sich um nichts kümmern! So konnten wir wirklich einfach nur entspannen, auf dem Sonnendeck langsam an der Bräune arbeiten, entspannt ein Buch lesen oder gute Gespräche mit unseren lieben Mitreisenden führen. Ein Partyboot war es nicht, aber das wussten wir vorher schon und waren wirklich voll und ganz zufrieden damit!

Tag 1

Die erste Nacht war ruhig, aber kurz - um 7 Uhr war schon der Frühstückstisch gedeckt. Nach dem wir also gegessen hatten, wurde der Motor angeworfen (der Wind war zu schwach, um die Segel zu hissen) und es ging zum Postkarten Motiv #1: Dem Whitehaven Beach








Weißer Sand, glasklares, türkises Wasser - wir waren wirklich im Paradies! Mit Schildkröten und Rochen sind wir geschwommen und wenn's nach uns gegangen wäre, hätten wir auch gleich da bleiben können...

Tag 2

Diese Nacht war noch kürzer: kurz nach 6 Uhr wurden wir von lauten Rufen der Crew geweckt (frei übersetzt: "Kriegt eure Hintern aus dem Bett, wer jetzt nicht hochkommt, der verpasst...") Noch im Halbschlaf und im Schlafdress rannten wir allesamt hoch aufs Deck und was wir zu sehen bekamen, war wirklich atemberaubend: Wale direkt in unserer Bucht und nur ca. 20m von unserem Schiff entfernt!! Wir hatten wirklich unheimlich Glück, denn eigentlich sind die Wale um diese Jahreszeit schon längst weitergezogen und wir sehen gleich 3! Die Crew meinte, dass sie in diesem Jahr noch nie so nah am Boot waren... Wahnsinn! An dieser Stelle sollte eigentlich ein Video folgen, aber irgendwie klappt es mit dem Hochladen nicht so recht - müsst ihr euch halt noch ein paar Monate gedulden ;)


Gleich nach dem Frühstück haben wir uns in unsere Wetsuits gezwängt und es ging ins Wasser zum Schnorcheln! Auch wenn wir nicht direkt im Great Barrier Reef waren, konnte man auch hier wunderschöne Riffe und knallbunte Fische bestaunen. An dieser Stelle ein Danke an Betti für die Fotos mit ihrer Unterwasserkamera.



Zwei Schnorchelgänge, viel Essen und mehreren legendären Rope Swings vom Deck ins Wasser später, wurden wir auf eine kleine Insel gefahren um dort mit Sekt den Sonnenuntergang anzusehen.





Tag 3

Am letzten Tag auf der Solway Lass wollte uns die Crew wohl nochmal etwas herausfordern - ein Bushwalk war angesagt. Gut, dass wir nur FlipFlops dabei hatten (uns wurde gesagt, wir brauchen keine Wanderschuhe). Im Nachhinein hätte ich zu gerne welche gehabt, da 1,5h Aufstieg sind in unserem Alter ja auch nicht mehr ohne ;) Oben angekommen erwartete uns aber dafür ein Ausblick vom Allerfeinsten!



Leider hat alles Schöne auch mal ein Ende und so wurden die Segel gehisst und es ging zurück nach Airlie Beach. Nachdem wir unser Gepäck abgeholt und unser Zimmer im Hostel bezogen hatten, stellten wir fest, dass direkt nebenan doch tatsächlich 3 Däninnen aus unserer Uni in Sydney wohnten. Als wir später mit unseren Leuten vom Schiff noch Essen waren, trafen wir auch noch eine italienische Mitstudentin. So klein ist die Welt und vor allem Australiens Ostküste ;) Ein bisschen feiern waren wir auch noch, allerdings haben wir den Altersdurchschnitt krass angehoben und waren wahrscheinlich auch einfach viel zu nüchtern, sodass wir nicht allzu spät ins (sehr gute) Hostelbett sind.

Mission Beach

Schon früh machten wir uns auf den Weg zum Busbahnhof und kamen dabei am wöchentlichen Markt vorbei, der natürlich - schließlich sind wir ja in Australien - direkt am Meer gelegen ist. So konnten wir uns noch mit einem leckeren Omlett für die bevorstehende 8-stündige (!) Busfahrt nach Mission Beach stärken. Die Busfahrt verlief ganz unspektakulär. Man konnte aber deutlich die Veränderung der Landschaft sehen, denn je nördlicher wir kamen, desto trockener wurde es. Endlich angekommen, mussten wir feststellen, dass unser Hostel zwar ganz süß war, aber es bis auf zwei Restaurants nichts mehr gab, um sich etwas zum Essen zu besorgen und der Woolworths auch schon geschlossen hatte und auch am nächsten Tag (einem Sonntag) nicht mehr aufmachen würde. Nun ja, dann sind wir erstmal essen gegangen und da auch ansonsten einfach nichts los war, zeitig ins Bett.

Am nächsten Morgen gab es dann ein aus dem Hostel-Shop zusammengekauftes Frühstück und dann ging's ab an den Strand! Der ist zwar 14 km lang, aber nachdem im Februar diesen Jahres ein Zyklon durch das Gebiet gefegt ist, nicht mehr ganz so "scenic" wie unser Travelagent behauptet hatte... Die Palmen am Strand hatten deutlich leiden müssen! Wir haben uns davon aber natürlich nicht abschrecken lassen und hatten trotzdem ein paar schöne Stunden am komplett einsamen Strand.



Gegen frühen Nachmittag wurde vom Hostel eine Art Ranger-Tour in den Regenwald und die restliche Umgebung angeboten und das Beste: komplett for free! Da waren wir natürlich sofort dabei. Zunächst ging es zu einer Stelle, wo man besonders viele Schildkröten beobachten kann. Wir haben auch einige gesehen, aber unsere meiste Aufmerksamkeit galt einem jungen Asiaten, der es für nötig hielt, einen Rochen an seinem Schwanz festzuhalten und über die Steine zu ziehen.


Nach ersten bösen Blicken und schließlich nach noch böseren Worten, hatte der Typ wohl auch die Nase voll und hat den Rochen einfach am Schwanz ins Wasser geworfen. Der Rochen lag somit eingequetscht zwischen einigen Steinen und auch noch falschherum da. Der Ranger meinte, dass er wohl blutet. Wir wissen nicht, ob dadurch angelockt oder auch nicht, aber jedenfalls sahen wir kurz darauf unseren ersten Hai. Das war was... Ein Hai unmittelbar an dem Strand, wo wir ein paar Stunden vorher noch baden waren! Und als ob das nicht schon alles aufregend genug war, schwomm der ca. 2m lange Hai direkt auf einen Typen zu, der da auch gerade am Baden war! Wir standen da auf dieser Art Steg und haben dann wie wild angefangen zu winken und zu rufen um ihn zu warnen, dass da ein Hai direkt auf ihn zukommt! Puh, natürlich sind Haie nicht die Killerbestien, als die wir sie aus Film & Fernesehen kennen, aber einfach so mitansehen wie die sich immer näher kamen, konnten wir auch nicht. Zum Glück hat er uns gehört, und ist schnell aus dem Wasser gekommen.

Nach soviel Aufregung gings weiter in den Regenwald. Dieser war wunderschön und wir haben viele interessante Dinge gesehen. Besonders lustig waren allerdings die grünen Ameisen, die es hier überall gibt. Noch lustiger war, was wir mit denen gemacht haben... Wir haben ihnen am Popo geleckt! Schmeckt nach Zitrone :)

 Zurück im Hostel sind wir erstmal in den Pool gesprungen und haben uns eine kleine Erfrischung gegönnt. Dort haben wir dann auch noch 4 nette Jungs kennengelernt, wovon einer auch noch zufällig Gitarre spielen konnte. Mit Goon (bester "Qualitätswein" im 4l-Karton inkl. Kopfschmerzgarantie) und Gitarre haben wir somit schließlich am Strand in meinen Geburtstag reingefeiert :)

Whitewater Rafting und Party in Cairns

Nach nur wenigen Stunden Schlaf wurden wir von einem Shuttlebus abgeholt und zum Tully River gefahren. Whitewater Rafting stand auf dem Programm! Durch Zufall waren auch die Jungs vom Vorabend mit am Start und zusammen mit unserem Guide Hos hatten wir dann ein perfektes Boot. Ich kann nur soviel sagen: wir haben das alle garantiert nicht zum letzten Mal gemacht! Es war wirklich einfach nur Spaß pur.





Erschöpft von 5h raften sind wir dann natürlich alle im Bus eingenickt. In Cairns angekommen und im Gilligan's eingecheckt, gab es dann endlich die längst überfällige Dusche. Frisch und blumig haben wir uns dann mit unserem Guide und einigen Freunden von ihm getroffen und hatten eine sehr lustige und lange Nacht! Was für ein 21st Birthday!

Für den nächsten Tag hatte sich Betti eine Regenwald-Tour gebucht und Lena und ich hatten etwas Zeit die Stadt zu erkunden. Cairns ist jetzt nicht gerade die schönste und aufregendste Stadt hier in Australien, aber mit einer tollen Lagune und Esplanada lässt es sich dort schon ganz gut aushalten. Außerdem ist Cairns der Hauptausgangspunkt für Touren zum Great Barrier Reef und deswegen immer voller Touristen. Nachmittags sind wir dann zum Flughafen gefahren und Anja, Lena's Freundin von der Ausbildung, abgeholt! Die Wiedersehensfreude bei den Beiden war natürlich riesig und ich hab mich gleich mitgefreut :)

Abends haben wir vier (Betti war mittlerweile wieder von ihrer Tour zurück) uns dann mal wieder mit ein paar Leuten von der Uni getroffen, die auch grade in Cairns waren. Nach einem netten Pubquiz und ein paar Bierchen auch relativ früh zurück ins Hostel, da Anja mit einem schönen Jetlag zu kämpfen hatte und uns 3 noch die Nacht davor in den Knochen steckte.

Am nächsten Morgen haben Lena, Anja und ich unseren Camper abgeholt und uns nach einem ausgiebigen Frühstück von Betti verabschiedet, die weiter nach Perth zu Freunden geflogen ist. Und für uns begann der zweite Teil der Reise...



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen