Donnerstag, 8. Dezember 2011

Nach dem Reisen ist vor dem Reisen!

So viel ist passiert in den letzten zwei Monaten. Leider sind wir ja nicht so ganz mit dem Erzählen hinterhergekommen... :)

Zurück in Sydney hieß auch gleich wieder von 100 auf 0, zurück in die Realität und vor allem UNI! Dadurch, dass wir ja noch eine Woche zusätzlich frei gemacht hatten zum Reisen, musste ganz schön was aufgeholt werden. Vor allem ging es in die heiße Phase mit den zeitaufwendigen Gruppenarbeiten. Ab der zweiten Novemberwoche hatten wir keine Vorlesungen und Tutorials mehr und ab da an, hieß es Büffeln für die Final Exams. Im Endeffekt war es ganz schön viel zu tun, aber es hat sich gelohnt - wir sind jetzt frei!! Am 29.11. war unsere letzte Klausur und jetzt liegen 4 Monate reisen vor uns, da das nächste Semester in Berlin erst im April beginnt.

Lena ist mittlerweile schon in Melbourne, wo sie eine Woche verbringt und dann weiter über Adelaide zum Uluru oder auch Ayers Rock fährt. Und ich muss jetzt nur noch dreimal schlafen und dann kommt Martin zu Besuch :) Weil's so schön war, mieten wir uns auch einen Campervan und fahren von Brisbane bis nach Melbourne. Silvester verbringen wir dann alle zusammen nochmal in Sydney bevor es am 5. Januar für Martin wieder nach Deutschland geht und für Lena und mich nach Neuseeland. Ende Januar wollen wir noch Western Australia erkunden und schließlich am 25. Februar nach Bangkok aufbrechen. Dort werden dann unsere lieben Freundinnen Ulli und Claudi zu uns stoßen (und eventuell ja noch die eine oder andere mehr^^), um Thailand unsicher zu machen. Deutschen Boden unter den Füßen haben wir erst wieder am 19. März.

Alles zu beschreiben, was wir die letzten zwei Monate so getrieben haben, sprengt leider meinen Zeitrahmen, aber ein paar Fotos möchte ich euch nicht vorenthalten...



















In diesem Sinne heißt es jetzt erstmal bye bye Sydney - es war sehr schön hier und wir kommen auch immer wieder gerne zurück!

Der Reisen zweiter Teil - Noosa und Brisbane

Parkplatzparty und Surfen in Noosa

Wieder zurück auf dem Festland ging es sofort weiter nach Noosa. Wir fuhren immer Richtung Main Beach und entdeckten einen Parkplatz, wo sich schon eine kleine Truppe versammelt hatte. Und wie das beim Backpacking in Australien so ist, kommt man sofort mit allen ins Gespräch, die Campingstühle werden im Kreis aufgstellt mit ausreichend Goon in der Mitte. Schon waren wir mittendrin in einer spontanen Parkplatzparty mit Dänen, Franzosen und Jack aus L.A., der schon seit geschätzten 50 Jahren auf Reisen ist und vieles Interessantes zu berichten hatte.


Am nächsten Morgen ging es an den Beach - Surfen stand auf dem Programm! Leider waren wir schon zu spät für den Unterricht, nachdem wir doch etwas länger ausschlafen mussten ;) Egal, selbst ist die Frau! Kurzerhand fuhren wir also einfach zum nächsten Surfshop, luden die Boards in unseren Camper und versuchten einfach so unser Glück...




Ehrlich gesagt hat das leider mehr schlecht als recht geklappt, aber aller Anfang ist schwer und Lena und ich haben ja auch noch ein paar Monate um zu üben :) Am nächsten Morgen mussten wir leider vom schönen Noosa Abschied nehmen. Wie bestellt und mit der Gewissheit, dass sich das Abenteuer Road Trip jetzt dem Ende neigt, goss es seit drei Wochen zum ersten Mal wie aus Eimern. Nun ja, es galt die letzten Kilometer bis Brisbane zu bewältigen.


Iihh eine Großstadt

Das war schon etwas merkwürdig, nach so vielen Tagen quasi nur von Natur umgeben, auf einmal wieder inmitten einer Großstadt zu sein. Dazu kam noch etwas Hektik auf, da wir den Camper ungern außerhalb der Öffnungszeiten abgeben wollten. Auf den letzten Drücker kamen wir in der Niederlassung an und konnten uns unterschreiben lassen, dass der Camper im einwandfreien Zustand ist. Glücklicherweise war der Mitarbeiter von Travellers Autobarn bester Laune und bot auch gleich noch an, uns zu einem Hostel zu fahren, sodass wir kein Taxi nehmen mussten. Nach etwas Hin und Her (es fand gerade das Oktoberfest statt und die ganze Stadt war brechend voll) hatten wir dann endlich einen Schlafplatz gefunden. Wir waren ziemlich fertig und hatten auch alle nicht so sehr Lust auf Sightseeing. Mit knurrendem Magen machten wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem und wie der Zufall es so wollte, fand direkt im Stadtteil unseres Hostels ein Straßenfestival statt. So verbrachten wir den restlichen Tag damit, guten Bands zu lauschen und schräge Menschen zu beobachten.



Donnerstag, 17. November 2011

Der Reisen zweiter Teil - Fraser Island

Mit Zwischenstopps in Airlie Beach (Anja und Lena haben einen Abstecher zum Whitehaven Beach gemacht) und Agnes Water, wo wir eigentlich nichts wirklich gemacht haben, außer am Strand gechillt, kamen wir mitten in der Nacht in Hervey Bay an. Nachdem wir sämtliche Hotlines durchtelefoniert hatten, wussten wir auch endlich, von wo aus unsere Fähre am nächsten Morgen ablegen sollte. Übernachtet haben wir dann sogleich auf dem Ferry Terminal - praktischer geht's wohl kaum ;)

Wir hatten eine 2-Tages-Tour gebucht, bei der wir nicht selbst fahren mussten und die Nacht in einem Resort verbrachten. War schon ein wenig Luxus nach über einer Woche Campervan. Gleich zur Begrüßung sagte uns der Tourguide, dass es 3 Tage zuvor ein ursprünglich kontrollierter Brand außer Kontrolle geraten ist und dadurch einige wichtige Straßen aus Sicherheitsgründen geperrt sind. Darunter auch die zum Lake McKenzie (einer DER Attraktionen Fraser Islands) und auch die zu unserem Resort. Glücklicherweise gibt es dort noch ein anderes Resort, auf das wir ausweichen konnten und wegen einem See mit weißem Strand und türkisem Wasser mehr oder weniger, springen wir ja nicht gleich ab. Also war das auch geklärt und die Fähre legte ab - auf zur größten Sandinsel der Welt!

Mit unserem Bus und einer netten Gruppe (die mal wieder zu 50% aus Deutschen bestand) ging es sogleich mit vollem Tempo durch den Regenwald zum Lake Burrabee und später zum Lake Wallby. Zum letzteren sind wir ca. eine halbe Stunde durch eine Art Wüste gelaufen - soviel Sand aufeinmal war schon beeindruckend...




Am nächsten Morgen gings ganz früh raus - wir wollten uns den Sonnenaufgang anschauen. Daraus, wurde aber leider nichts, da es einfach zu bewölkt war. Dafür sahen wir allerdings unseren ersten Dingo. Im Laufe des Tages liefen uns noch so einige über den Weg, darunter sogar ein ganz kleiner Welpe! Die sehen echt süß aus, können aber auch gefährlich sein, also immer schön Ruhe bewahren, beobachten und ja kein Essen irgendwo offen rumliegen lassen...



Nach einem tollen Frühstück, gings wieder in den Bus und erstmal zum 75 Mile Beach. Dort stand ein Helikopter bereit für einen Rundflug über die Insel. Anja ist mit an Bord gegangen und konnte wunderbare Bilder machen.



Anschließend konnten wir in den Champagne Rock Pools planschen, durch den schönen Eli Creek waten, das berühmte Shipwreck bestaunen und den beeindruckenden Indian Head erklimmen. Diese zwei Tage waren wirklich ein Highlight unseres ganzen Trips!







Mittwoch, 16. November 2011

Der Reisen zweiter Teil - Kleine flauschige Wesen auf Magnetic Island



Jetzt spürten wir den Zeitdruck doch ein wenig, denn für Mittwoch hatten wir unseren Fraser Island Trip gebucht und wir hatten schon Sonntag und noch einige Kilometer zu schaffen. So ging es nach einer, durch drückende Hitze bedingten, kurzen Nacht im Paluma Range National Park und einem erfrischenden Bad im "ParadiseWater Hole" weiter nach Townsville. Dort haben wir auch eine Partneruni, für die Lena und ich uns auch beworben hatten - glücklicherweise hat es mit Sydney geklappt, denn Townsville kam uns allen als Stadt irgendwie nicht ganz so reizvoll vor. So entschieden wir uns dann, obwohl der Tag schon etwas vorangeschritten war, für einen Besuch von Magnetic Island.

Und das war eine der besten Entscheidungen überhaupt, denn schon nach kurzer Zeit nachdem wir losgewandert waren, sahen wir unseren ersten Wildlife-Koala!! Der hing da einfach so im Baum rum, genau wie man sich es vorstellt :)

 


Eine halbe Stunde und geschätzte 300 Bilder später konnten wir uns, wenn auch schweren Herzens, von dem Kleinen losreißen und setzten unsere Wanderung fort. Irgendwann machten wir dann auf einem Felsvorsprung abseits des Wanderweges Pause und genossen den einmaligen Ausblick.



Auf einmal wurde die idyllische Stille durch seltsame Geräusche unterbrochen. Von Hirsch über Eber hatten wir alles vermutet, aber plötzlich sahen wir einen weiteren (brunftschreienden) Koala! Und dieser war alles andere als faul und träge... Munter kletterte er den Eukalyptusbaum hoch, setzte sich in die Spitze um noch die letzten Sonnenstrahlen zu erhaschen und danach schwang er sich tarzanähnlich von Ast zu Ast!


So langsam aber sicher ging die Sonne unter und wir mussten ja noch den ganzen Weg wieder zurück! An der Bushaltestelle angekommen, stellten wir fest, dass wir den Bus um 5 min verpasst hatten und somit 40 min auf den nächsten warten mussten - yippieh.. Und als ob, das nicht schon gereicht hätte, entdeckte Lena direkt über unseren Köpfen auch noch ein weiteres flauschiges Wesen - eine riesige Spinne! Naja so waren wir zumindestens etwas beschäftigt und irgendwann kam auch der ersehnte Bus, fuhr uns zur Fähre, die uns wiederum wieder zurück nach Townsville brachte.


Der Reisen zweiter Teil - Port Douglas und das Great Barrier Reef

Nach unserem Abstecher in den Regenwald ging es wieder etwas Richtung Süden. So landeten wir in dem kleinen Örtchen Port Douglas, das man als Erholungsort für Cairns' Schöne & Reiche bezeichnen könnte. Wir wollten hauptsächlich dem Massentourismus entflüchten und von dort aus im weltberühmten Great Barrier Reef schnorcheln. Da es rund um das Cape Tribulation ja von Krokodilen wimmelt (auch wenn wir leider keine mehr zu Gesicht bekommen hatten), verspürten wir schon ein wenig "Meer-Entzug" und stürzten uns gleich nach der Ankunft in die Fluten des schönen Four Mile Beachs.


Danach klapperten wir die örtlichen Touristenbüros ab, um eine Schnorcheltour zu buchen. Allerdings wollten die nicht so ganz mit unserer Spontanität konform gehen, so dass a) nur noch ein Büro geöffnet war und b) es absolut keinen Platz mehr auf einem der Boote für uns gab. No worries! Buchten wir uns halt eine Tour für den übernächsten Tag. Nachdem wir gegessen hatten, war allerdings kein Campingplatz mehr auf und so dachten wir uns'wenn schon, denn schon' und kürten die Strandpromenade zum Schlafplatz.

Dumm gelaufen... Am Morgen klopfte es und ein Mann bat uns doch bitte die Tür zu öffnen. Der Mann war der örtliche Ranger und teilte uns mit, dass hier kein Camping erlaubt ist. Er wollte aber nochmal ein Auge zu drücken und sprach uns somit nur eine Warnung aus. Also doch nochmal Glück gehabt und zur Belohnung gab's dann erstmal ein Frühstück vom Feinsten mit Blick aufs Meer :) Den Tag verbrachten wir anschließend mit Bummeln in der "Stadt" und abends haben wir dann (sicher ist sicher) einen Caravan Park aufgesucht.

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen, die 'Calypso' wartete schon. A dream came true - es ging raus aufs Great Barrier Reef! Übrigens ist es insgesamt fast so groß wie Deutschland und es soll als größtes Lebewesen der Welt sogar vom Mond aus sichtbar sein. Verrückt... Dreimal wurden wir an unterschiedlichen Stellen im Outer Reef ins Wasser gelassen und es war wirklich einfach traumhaft!







Farbenprächtige Fische, noch farbenprächtigere Korallen und sämtliche "Findet Nemo"-Darsteller konnten wir beobachten. Während eines Schnorchelgangs rief unser Guide auf einmal "SHARK" und deutete unter sich. Ein ungefähr 2m langer Riffhai unmittelbar unter uns... Wahnsinn! Schade allerdings, dass so viele Leute den Aufforderungen nicht gefolgt sind und ununterbrochen alles angetatscht haben, was sich nicht wehren konnte. Auch die Guides selbst wollten manchmal besonders viel bieten und brachten Seegurke & Co gerne an die Oberfläche, sodass alle mal anfassen konnten. Tja, Freude und Schattenseiten des Massentourismus... Aber so oder so, war es wirklich ein Highlight unseres Trips!